Kirche St. Nikolaus
Der Ursprung der Kirche war eine Spitalkapelle zu Ehren der Heiligen Anna. Sie wurde im 15. Jahrhundert vom Deutschmeister Eberhard von Saunsheim erbaut. Gundelsheim (und die Burg Horneck am anderen Ende der Altstadt) war lange Zeit Sitz der Deutschmeister des Deutschen Ordens, einer geistlichen Gemeinschaft, die sich aus den Ritterorden in der Zeit der Kreuzzüge entwickelte.
Die Anna-Kapelle ist erkennbar an ihrem gotischen Rippengewölbe. Der Altar zeigt eine Familienszene: Anna, ihre Tochter Maria und deren Kind Jesus. Darunter findet sich die sogenannte „Wurzel Jesse“, ein Rankengeflecht mit Bildern der Vorfahren Jesu. Sie verweisen auf seine Herkunft aus Davids Geschlecht und feiern ihn so als den verheißenen Messias.
Wenn Sie zurück in das Hauptschiff gehen, am Taufbecken vorbei, erblicken sie im barocken Hochaltar den Patron der Kirche, den Heiligen Nikolaus, erkennbar an seinen Attributen. In der Osterzeit steht an seiner Stelle die Figur des Auferstandenen und es scheint, wie wenn er aus seiner festlichen Umrahmung auf die Gottesdienstgemeine zutreten wollte.
In der Vielzahl der Ausstattung fällt die Pieta ins Auge, die Schmerzensmutter Maria. Sie ist eine spätmittelalterliche Plastik aus Terrakotta. Maria in Trauer um den gestorbenen Sohn. Ein Bild, das zum Nachdenken einlädt über den Schmerz, über Hoffnung und Trost.
Weitere spätmittelalterliche Figuren, die eine Beachtung verdienen, finden sich wieder im Anna-Bau: eine Mondsichelmadonna und die Heilige Elisabeth von Thüringen, beide Patroninnen des Deutschen Ordens, und eine heilige Katharina von Alexandrien.
Das große Kreuz in der linken Seitenkapelle ist ein ausdrucksstarkes Bild für das Leiden und die Liebe Jesu. Unter ihm entzünden die Besucher der Kirche ihre Kerzen in ihren persönlichen Anliegen und zeigen, was dieser Raum vor allem ist: ein Ort des Gebets.
St. Michael, Böttingen
Wallfahrtskapelle
Der Berg hat schon vor langer Zeit Menschen angezogen und war früh besiedelt. So ist eine römische Opferstätte bezeugt und die Replik eines Weihealtars für Jupiter und Juno findet sich im Mauerwerk der Kirche eingelassen. Im 8. Jahrhundert wurde diese Stätte christianisiert und eine erste Kapelle errichtet. Wie so oft wurden Heiligtümer auf der Höhe und dem Himmel nahe zu Ehren des himmlischen Streiters, des Erzengels Michael, geweiht. Seine Figur findet sich im Altar der Kirche. Die kleine Kirche atmet den Geist einer langen Geschichte und lässt zurückdenken an die Zeit, als das Christentum in dieser Gegend begonnen hat. Diese älteste Kirchengründung der Gegend, mit ihrem trutzigen romanischen Turm, hat schon viele angezogen und auch heute kommen Menschen hier hinauf des Ortes und seiner besonderen Atmosphäre wegen.
St. Georg, Gundelsheim
Kreuzkapelle, Gundelsheim
Calvarienberg
Breite Stufen führen oberhalb von Gundelsheim durch den Kreuzweg hinauf zur kleinen Kapelle am Waldrand. 1627 wurde sie am nordwestlichen Stadtende vor dem Neckartor erbaut. Aufgrund örtlicher Baumaßnamen fand sie 1858 ihren heutigen Standort oberhalb der Straße nach Tiefenbach. Mit der Kreuzigungsgruppe vor der Kreuzkapelle kann man sich dem Jesus verbunden fühlen, der durch tiefes Leid und Schmerz hindurch seinen Weg zum Vater gegangen ist.








