Zur Wallfahrt und ihrer Geschichte

Der Marien- und Wallfahrtsmonat Mai wird in Höchstberg mit der Dekanatsmaiandacht (Dekanat Heilbronn-Neckarsulm) und der Lichterprozession am ersten Maisonntag abends eröffnet.

Hauptwallfahrtstage sind der Freitag nach Christi Himmelfahrt ("Hagelfreitag" genannt) und das Fest der Heimsuchung Mariens, der 2. Juli (meist am nächstliegenden Sonntag als Patrozinium gefeiert).

Die Krankenwallfahrt mit einer Eucharistiefeier am Nachmittag, in der auch das Sakrament der Krankensalbung zur Stärkung gespendet wird, findet immer am Freitag vor Pfingsten statt.

Eine Fußwallfahrt zum 44 km entfernt gelegenen Wallfahrtsort Walldürn am letzten Samstag im Juni hat auch schon seit vielen Jahren Tradition.

An den beiden Hauptfesten wie auch an allen Marienfesten beginnt der Wallfahrtsgottesdienst meist um 10.00 Uhr, am Sonntag wechselnd (genaue Termine und Uhrzeiten siehe Gottesdienstübersicht hier auf der Homepage der Seelsorgeeinheit Krumme Ebene – Gundelsheim).

 

Nach der Überlieferung...

... soll die Gottesmutter mit dem Jesuskind auf dem Arm einem frommen Schäfer in einem Nussbaum erschienen sein. An anderer Stelle wird berichtet, dass das Muttergottesbild aus unbekanntem Material in oder bei einem Nussbaum wunderbar leuchtend gestanden sei.

Die erste Gnadenkapelle muss um das Jahr 1300 gebaut worden sein. Ein Ablassbrief von 1328 zeigt, dass die Wallfahrt schon damals in hoher Blüte stand. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kirchlein vollständig beraubt und zerstört und dem Gnadenbild der Kopf abgeschlagen. Nach dem Krieg wurde die Kapelle vom Deutsch-Ritterorden gründlich renoviert und das Gnadenbild wieder hergerichtet. Nachdem die Wallfahrt zunahm, wurde an den Bau einer Kirche gedacht.

Dazu die Legende:

„Die Höchstberger hatten die Kirche in der Ortsmitte geplant, etwa einen halben Kilometer von der Gnadenkapelle entfernt. Ein Schäfer aber, der mit seiner Herde in der Nähe der Wallfahrtskapelle weidete, berichtete von einer Erscheinung der Gottesmutter in einem Nussbaum, die den Ort des Kirchenneubaus bei der Gnadenkapelle haben wollte. Man glaubte dem Schäfer aber nicht und brachte die Baumaterialien zur geplanten Stelle in der Ortsmitte. Dreimal wiederholte sich dann das Eigenartige, dass über Nacht trotz strengster Bewachung das Baumaterial aus der Ortsmitte verschwunden war und am Morgen am Platz der Erscheinung bei der Wallfahrtskapelle gelegen hatte.“

So wurde im Anschluss an die bestehende Kapelle mit dem Kirchenbau begonnen. Die Einweihung der Kirche wurde am 16. Mai 1700 feierlich begangen und Höchstberg wurde schließlich 1713 zur Pfarrei erhoben.

Die Wallfahrten aus der näheren und weiteren Umgebung waren nie unterbrochen. Um die Mitte des 19. Jh. wird von mitunter 1000 Besuchern an den Hauptwallfahrtstagen berichtet. Ein großer Einschnitt in der Geschichte war das Osterfest 1945, an dem Kirche und Pfarrhaus durch amerikanischen Artilleriebeschuss bis auf die Grundmauern niederbrannten.

„Maria opfert ihr Heiligtum, um uns zu schützen.“ So deuteten die Höchstberger und die Menschen der umliegenden Ortschaften die Geschehnisse. Deshalb halfen sie auch alle zusammen, so dass schon 1948 Kirche und Pfarrhaus wieder aufgebaut wurden. 1958 kam dann der Kirchturm dazu. Verschiedene Innen- und Aussenrenovierungen (zuletzt 2019-20) sorgten bis heute dafür, dass die den Witterungseinflüssen doch stark ausgesetzte Wallfahrtskirche in gutem Zustand blieb.